Foto: Isar Aerospace

Deutsche Testrakete explodiert 40 Sekunden nach dem Start – geplanter Meilenstein für Europas Raumfahrt scheitert

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Die privat entwickelte Trägerrakete Spectrum der Münchner Firma Isar Aerospace sollte Europas erste kommerzielle Satellitenmission markieren – doch nur 40 Sekunden nach dem Start im norwegischen Andøya Space Center kam es zur Explosion. Die Rakete verfehlte ihr Ziel, eine Umlaufbahn zu erreichen.

Erstes europäisches Projekt mit kommerziellem Ziel – frühzeitig gescheitert

Der Start von Europas erstem privat initiierten Satellitenflug war als bedeutender Moment für die europäische Raumfahrt geplant. Mit dem Ziel, eine eigenständige Plattform für kommerzielle Satellitentransporte aufzubauen, hob die Rakete am Donnerstag von einer norwegischen Basis nördlich des Polarkreises ab – und verglühte bereits nach weniger als einer Minute in der Atmosphäre.

Isar Aerospace erklärte nach dem Vorfall, dass es sich um einen geplanten Testflug gehandelt habe, bei dem Risiken bewusst in Kauf genommen wurden:

„Der Test lieferte uns eine Vielzahl wertvoller Daten, die unsere nächsten Entwicklungsschritte maßgeblich unterstützen werden“, teilte das Unternehmen in einem Statement mit.

Rakete ohne Nutzlast unterwegs

Die zweistufige Spectrum-Rakete ist für den Transport kleiner bis mittelgroßer Satelliten mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne ausgelegt. Der Jungfernflug erfolgte ohne Nutzlast, da es sich um einen reinen Funktionstest handelte.

Isar Aerospace betonte, dass das Ziel des Flugs weniger in der Erreichung einer Umlaufbahn lag, sondern vielmehr in der Erprobung technischer Systeme unter realen Bedingungen. Entsprechend wurde das frühe Scheitern nicht als Fehlschlag, sondern als Lernprozess eingeordnet.

Europa sucht Anschluss im privaten Raumfahrtsektor

Die Explosion markiert einen Rückschlag – dennoch unterstreicht der Vorfall das wachsende Engagement europäischer Länder, sich in der kommerziellen Raumfahrt zu etablieren. Länder wie Deutschland, Schweden und Großbritannien investieren zunehmend in Infrastruktur und Technologie für Satellitenstarts außerhalb staatlicher Programme.

Isar Aerospace gilt dabei als eines der ambitioniertesten Start-ups in diesem Bereich. Das Unternehmen mit Sitz in München arbeitet seit Jahren daran, Europa eine unabhängige Startkapazität zu bieten – vergleichbar mit dem, was SpaceX für die USA leistet.

Weitere Testflüge der Spectrum-Rakete sind bereits angekündigt. Langfristig soll sie eine preisgünstige und flexible Lösung für den Transport kleinerer Satelliten in den Erdorbit bieten – ein Marktsegment, das in den kommenden Jahren erheblich wachsen dürfte.